The Long Tail - Erfolg & Rentabilität werden neu definiert

27.03.2007 | Buch-Tipps, Bücher | 10 Kommentare | Print

Das größte Geld liegt im kleinen Verkauf!
Kevin Laws, Risikokapitalgeber

»Kleinvieh macht auch Mist.« Die Weisheit meiner Oma gewinnt im Internet-Zeitalter wieder an Bedeutung. Erfolg und Rentabilität werden durch den Long Tail neu definiert. Das 1×1 des Verkaufes gilt einmal mehr!

Wie viele Bücher kann eine gut sortierte Buchhandlung im Angebot führen?

Egal, wie Eure Schätzungen liegen mögen, 1.000, 10.000 oder 20.000? Das Angebot bleibt immer begrenzt. Immer mehr neue Bücher drängen auf den Markt. In Deutschland allein 80.000 Exemplare pro Jahr. Tendenz steigend. Was sich nicht schlagartig verkauft, kostet nur Lagerfläche, bringt kein Geld und fliegt als logisch aus dem Angebot.

Jeff Bezos geht mit Amazon andere, inter-nette Wege. Obwohl Bücher weit hinter den heiß begehrten Produkten auf hinteren Rängen lagen, gelingt ihm mit radikalem Umdenken das schier Unmögliche: mehr als 1 Million Bücher in seinem virtuellen Buchangebot.

Das 1×1 des Verkaufs gilt!

Plötzlich ist nicht mehr nur rentabel, was populär ist.
Chris Anderson

Niedrige Lagerkosten, stete Verfügbarkeit und das Angebot per Internet frei Haus bringen völlig neue Nutzergewohnheiten der Bücherfreunde ans Tageslicht. Mehr als 98 Prozent der nun frei im Angebot befindlichen älteren Bücher verkaufen sich mehr als 1 Mal. Das Gesetz der großen Zahl scheint zu wirken.

Grafik The Long Tail

Die Internet-Unternehmen mit praktisch unbegrenzter Regalfläche haben ihre Lektionen in der neuen Verkaufsarithmetik gelernt: Eine ernorm hohe Zahl ist, auch wenn man sie mit einer relativ niedrigen Zahl multipliziert, immer noch eine enorm hohe Zahl.
Chris Anderson

Erreicht man mit diesem langen Schwanz an »neuen« Angeboten nur eine ausreichend große Zahl von Interessenten, realisiert man damit einen Verkauf, der bisher nicht bedient werden konnte und trotzdem existiert. Die Kurve der Verkaufszahlen bewegt sich mit steigender Zahl an Produkten gehen Null. Dennoch werden die Verkaufszahlen niemals Null.

Sinkende Vertriebskosten anschaulich erklärt!

Technologische Entwicklungen wie etwa die Breitband-Netze leisten ebenso ihren Beitrag. Die Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten verschwimmen zusehend. Neue Nischenmärkte entstehen, wecken neue Nachfragen und bedienen auf diese Weise Menschen rund um den Erdball. Rentabilität wird komplett neu definiert.

Die sinkenden Vertriebskosten muss man sich als sinkenden Pegelstand oder einsetzende Ebbe vorstellen. Mit sinkendem Wasserspiegel wird neues Land freigelegt, dass schon immer vorhanden, aber von Wasser bedeckt war. Nischen sind die weißen Flecken auf der Landkarte des Konsums – mit Produkten, die man bisher nicht rentabel anbieten konnte.
Chris Anderson

Mit diesem wunderschönen Vergleich macht Chris Anderson deutlich, wie Ihr Euch Nischenmärkte und deren Entstehung vorstellen könnt. Wozu bisher ein Überseeschiff nötig war, das kann man nun mit dem Ruderboot oder gar zu Fuß erreichen.

Long Tail - allgegenwärtig

Längst haben Musik, Videos und viele anderen Produkte und Branchen die Wirkung und die Gesetzmäßigkeiten des Long Tail zu spüren bekommen. Die Kurve der Statistikfunktion wird zu einer immer öfter wiederkehrenden Veranschaulichung der Zusammenhänge genutzt.

Unsere Welt ist voll von Top-10-Listen, Hits, Kassenschlagern und Super-Produkten. Mit immer mehr Geld werden diese Artikel an den Mann und die Frau gebracht. Die Effizienz sinkt, denn Menschen wollen mehr als immer nur Hits. Ihr Geschmack ist vielfältig, differenziert und langzeitstabiler. Abseits des Massengeschmacks gibt es viele alternative Interessen, Neigungen und Anreize.

Das ist eine Welt der Knappheit. Heute beginnt für uns dank Internetvertrieb und -handel eine Welt des Überflusses – mit gravierenden Unterschieden.
Chris Anderson

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