RSS-Feed - Galgenfrist Samstag
29.03.2007 | Persönlich, Site intern | 13 Kommentare | Print
Der März geht wie er kommt. Mein Weblog-Experiment geht dem Ende entgegen. Und ich bin um eine persönliche Erkenntnis reicher.
Mein Experiment mit den Voll-Feeds neigt sich mit dem Monat März dem Ende zu. Ich habe offenen Herzens den Versuch gestartet und wollte mich einen Besseren belehren lassen. Praktisch erproben wollte ich statt endlos theoretisch mutmaßen. Den laufenden Monat habe ich die Statistiken verfolgt und bin am Überlegen.
Signifikante Ergebnisse hinsichtlich einer Verbesserung kann ich nicht belegen, eher das Gegenteil. Die Lesegewohnheiten in den RSS-Reader gehen auf Kosten der Weblogbesuche. Die Tendenz ist erkennbar, wenngleich die wenigsten Leser den Unterschied wahrscheinlich zum extra Abo genutzt haben werden.
Erst kürzlich las ich wieder die alt bekannten Argumente in einem Beitrag im Netz. Der Tenor lautete: »Mach einen Voll-Feed und ich lese Dein Weblog.«
Allein ich glaube daran nicht und stelle deshalb eine Gegenthese auf:
Interessanter Content schlägt Lese-Gewohnheit
Wer ein Weblog mit weitgehend nützlichem Content und eigenen Beiträgen, Thesen, Gedanken und Impulsen anzubieten hat, der wird gelesen, auch wenn die Gewohnheiten so sind wie oben geschildert.
- Liest der Leser den Voll-Feed meine Beiträge genauer?
- Wie viel wert ist so ein halbherziges Leseversprechen wirklich?
Natürlich werden immer wieder Argumente wie Zeitersparnis, eigenes Layout etc. ins Feld geführt. Noch mehr RSS-Feeds in noch kürzerer Zeit. Es lebe die Masse und Oberflächlichkeit. Schütten wir uns zu bis wir keine Information mehr verkraften.
- Ist das wirklich das Ziel?
- Welche positiven Effekte bringt ein Feed,
wenn er aus der Reihe ausbricht?
Lieber weniger Leser - dafür die richtigen Leser.
Diese Rechnung scheint mir im großen Kalkül vielfach übersehen zu werden. Der Denkansatz geht von einer anderen Ausgangsposition aus. Schwer sich in diese hineinzuversetzen, ich weiß. Doch unglaublich hilfreich zur Erkenntnisgewinnung.
Ich habe persönlich etwas gegen die passive Abräummentalität. Ganz nebenbei sei gefragt: wo bitte bleibt mein Return of Investment? Und ich meine damit ausdrücklich nicht immer nur die Euronen, die aus dem Blog purzeln.
Von Haus aus müsste ich mir die Gedanken auch nicht machen. Umgestellt und fertig ist. Wer nicht will, der hat schon. Qualität eines Besuchers und Kommentatoren erkennt man letztlich auch ganz schnell. Dennoch will ich es mir nicht so einfach machen. Denn auch andere Blog-Betreiber fragen mich immer wieder nach meiner Meinung. Und diese speist sich eben nicht nur durch meine persönliche Auffassung, sondern durch zahlreiche praktische Beobachtungen.
Fazit
So Ihr keine gewichtigen Argumente und Tatsachen vorbringt, die mich noch umstimmen können, setze ich am Wochenende den RSS-Feed wieder auf Exzerpt zurück. Einen Erkenntnisgewinn habe ich der endlosen Diskussion mit Sicherheit hinzuzufügen. Ungeachtet des Ergebnisses für mich ein Lerngewinn!