Nutzerfreundliche Brotkrumen - Navigationstrend seit Jahren

10.04.2007 | Usability, Webdesign | 6 Kommentare | Print

Brotkrumen haben ein langes Usability-Leben. Ganz still und heimlich haben sich die kleinen Helfer in die Herzen der Benutzer gespielt. Leser beurteilen sie meistens als problemfrei und eindeutig. Ein Trend auch für Weblogs?

Nicht alle Design-Entscheidungen halten ein Leben lang. Manch kleine Veränderung hat allerdings weit reichende Konsequenzen und bleibt stabil im Trend. Brotkrumen-Navigationen gehören nach Aussage von Usability-Experte Jakob Nielsen auf alle Fälle dazu. Seit 1995 empfiehlt er diese nützlichen und weitgehend problemfreien Helfern seien Kunden. Sein aktuelles Resümee liest sich wie folgt:

Breadcrumbs use a single line of text to show a page's location in the site hierarchy. While secondary, this navigation technique is increasingly beneficial to users.
Jakob Nielsen Alertbox

Die Vorteile der kleinen Navigationen fasst er ganz einfach in bewährten vier Anstrichen zusammen.

Vorteile von Brotkrumen-Navigationen

  • klare Visualisierung der aktuellen Leser-Position
  • einfacher Rettungs-Klick zur Navigation in obere Website-Ebenen
  • problemfreie und eindeutige Navigationen
  • platzsparende Navigation

Auch wenn die kleinen Brotkrumen dazu neigen, ab und an übersehen zu werden. Ihr Fehlen wird schmerzlicher wahrgenommen als ihre Existenz. Erstaunlich einfach kommen selbst ungeübte Nutzer im Internet mit Brotkrumen-Navigationen zurecht. Ein Fakt der Anlass zum (Auf-)Merken und Nachdenken geben sollte.

Einfacher Aufbau punktet

Der einfache Aufbau des Brotkrumen-Design trägt dabei wesentlich zum Verständnis bei.

  • Brotkrumen sind meist horizontal angeordnet
  • Home am Anfang, aktuelle Seite am Ende
  • Brotkrumen sind einfach sprechende Text-Links
  • einfach Trennzeichen (»,>,| oder -) zwischen den Elementen (Krümeln)

Brotkurmen sollen Projekt-Hierarchie abbilden, weniger Benutzer-Historie darstellen.
Jakob Nielsen, Usability-Experte

Sind Brotkrumen für Weblogs sinnvoll?

In diesem Sinne finden Brotkrumen-Navigationen in Weblogs weniger Anwendung. Vielleicht mag die datumsgebundene Ablage ein Grund dafür sein. Vielleicht aber habe ich eben solche kleinen Helfer einmal mehr auch persönlich übersehen.

Im Sinne der Transparenz einer Weblog-Hierarchie lohnt sich aber das Nachdenken über Sinn und Unsinn der Brotkrumen doch, meine ich. Gern lese ich Eure Gedanken und Meinungen zum aktuellen Artikel in der Usability-Alertbox von Jakob Nielsen.

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Nutzerfreundliche Brotkrumen - Navigationstrend seit Jahren

Kommentare

1 | micha schreibt am 10.04.2007, 20:40:

Ich schätze mal, dass sich die Breadcrumbnavi nicht wirklich auf Blogs übertragen lässt, da es hier meist nur eine Ebene gibt. Die Kategorien oder Tags befinden sich ja nur auf ebenjener. Sinn würde es machen, wenn man verschachtelte Kategorien benutzen würde, aber wer macht das schon im täglichen Schreibbetrieb?

2 | Jochen schreibt am 10.04.2007, 20:49:

Ich sehe die Vorteile der Navigation vor allem bei vielen "Ebenen" im Blog. Meist geht es aber doch nur 1 oder höchstens zwei Ebenen in die Tiefe und da verliert sich der Leser nicht - stimme Micha hier also vollkommen zu.

3 | gis schreibt am 10.04.2007, 23:19:

Im Gegensatz zu Micha sehe ich sehrwohl einen praktischen Nutzen gerade bei Blogs. Ich selber benutze zum Bloggen einen wahren Exoten, nämlich sNews. Dieses CMS arbeitet mit Breadcrumbs. Aufgebaut sind diese bei sNews wie folgt: "Home >> Kategorie >> Titel des Posts" bei Blogeinträgen und "Home >> Seitentitel" bei statischen Seiten.

Für mich stellt das eine sehr bequeme Art der Navigation dar.

4 | Boris schreibt am 11.04.2007, 08:23:

Grundsätzlich finde ich eine Brotkrumen-Navigation als Hilfsmittel sehr gut. Bei Blogs halte ich sie jedoch in den meisten Fällen für uninteressant aufgrund der sehr geringen Verschachtelungstiefe, oder oft sogar für falsch:

Denn der in der Brotkrumen darzustellende URL-Verlauf mit Datums-Abfolge und anschließendem Artikeltitel entspricht meist gar nicht dem tatsächlichen Weg, den der Besucher gegangen ist!

Die Datumszuordnung in der URL ist oft künstlich per URL-Rewriting erzeugt.

5 | Alexander Langer schreibt am 11.04.2007, 10:12:

Ich sehe das Problem weniger in der Benennung der Krümel: [Home] > [Kategorie] > [Artikel-Titel] reicht doch völlig als Navigationshilfe für den Users Datum ist doch zumeist irrelevant, selbst wenn es theoretisch mehrere Artikel geben könnte, die eine gleich aussehende Breadcrumb-Navi hätte, würde sich diese spätestens im hinterlegten Link des Artikels unterscheiden. Eine 1:1 Zuordnung ist nicht zwingend notwendig.

Das Problem im Einsatz in Weblogs sehe ich vielmehr darin, dass dort Artikel gleichzeitig in Kategorien angehören kann. Komme ich direkt auf die Seite eines Eintrags kann das Weblog nicht entscheiden welche Kategorie es in der Brotkrume anzeigen soll. DANN erst wäre es sinniger stattdessen das Datum in der Navi anzuzeigen.

Während ich hier beim Tippen also so nachdenke.. macht es doch Sinn und ist auch problemlos implementierbar. Zweifelhaft ist einzig ob für o.g. Fall des Eintretens direkt auf die Artikelseite ( = Kategorie nicht gesetzt) für den User einen Mehrwert bringt schnell evtl. weitere Einträge des Tages sehen zu können.

Mit etwas Knoff-Hoff könnte man auch statt einer Kategorie oder des Datums ein Dropdown mit allen zugeordneten Kategorien benutzen...

Ach herrje.. da kriegt man ja nen Knick im Hirn ;)

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