Stöckchen: Nutzt ihr Microformats?

10.05.2007 | Webdesign, Webstandards | 1 Kommentare | Print

Matthias Pfefferle wirft dieser Tage mitten in seiner Bachelor Thesis am Forschungszentrum “Intelligent Media” der Hochschule Furtwangen mit Stöckchen durch die Gegend.

Sein besonderes Interesse findet die "Integration von Web 2.0 Inhalten in Smart Products". Er möchte wissen, ob und wie sich Produktinformationen/Reviews in Web 2.0 Diensten finden lassen und sie passen zu den Produkten anzeigen.

Schreibst du ab und an Produktinfos/Reviews?

Als vielseitig interessierter Mensch schreibe ich recht viel zu Büchern und Produkten. Meine Beiträge folgen einer persönlicher Motivation und Engagement. Vom Umfang, Art bis zur Gestaltung bin ich frei und variiere gern. Ich schreibe grundsätzlich nur über Dinge, die ich selbst beurteilt, erlebt, in der Hand gehalten, selbst ge- oder benutzt habe. Insofern habe ich (unfreundlicherweise) bereits manche Zuschrift im Postkasten liegen gelassen, zu denen ich keine Beziehung hatte oder die Erwartungshaltung nicht stimmte.

Sind dir Microformats (speziell hReview) überhaupt ein Begriff?

Microformate sind mir schon lange ein Begriff. Das hCard-Format kenne ich am längsten, auch wenn erst der Artikel zum Online-Gang von Dan Cederhoms mircoformats.com mir ins Bewusstsein rief, dass es sich um dabei ein sogenanntes Microformate handelt.

hReviews, und damit eine grobe Vorstellung von Mircoformats und deren Hintergrund kenne ich seit einem Vortrag beim Web-Montag in Berlin. Dort referierte einer der deutschen Aktivisten zum Thema Mircoformats & Structured Blogging. Besuchte hatte ich die Veranstaltung u.a., um dem Thema Structured Blogging Hintergrund und Basis zu verschaffen.

Wie stehst du zu dem Thema Microformats und der dadurch entstehenden Maschinenlesbarkeit deines Weblogs?

Grundsätzlich spricht zunächst einmal nichts gegen den Einsatz von Standardisierungen. Webstandards und die Standardisierung der RSS-Feeds sind die beiden positiven Beispiele, die mir als erste Gedanken in den Sinn kommen.

Mit den Weblogs haben wir bereits heute komplett maschinenlesbare Seiten. Microformats treiben diese Standardisierung erheblich weiter. Allein die Anwendung und die Nutzung der Formate wird bestimmen, wie schnell und flächendeckend sich diese Entwicklung durchsetzen wird. Bekanntlich kann ich jede Entwicklung nicht nur zum Wohle aller einsetzen.

Wenn ich heute daran denke, mit welchem Aufwand engagierte Blogger Content produzieren und diesen ggf. einer CCC unterstellen, dann kann ich sehr gut verstehen, wenn sie genau wissen und abschätzen wollen, was im Einzelnen mit den Daten passiert. Bereits heute werden einen Vielzahl von RSS-Feeds kommerziellen Anwendungen zugeführt, ohne dass davon die Autoren einen Nutzen hätten. Nicht umsonst steht Content-Klau recht weit oben auf der schwarzen Liste.

Vor einer Anwendung von Microformats muss für mich persönlich ein klares Konzept mit Vorteilen auf dem Tisch liegen. So positiv ich den Miroformaten gegenüberstehe, so sehr bin ich dessen nutzbringenden Einsatz interessiert. Ich kann mich daran orientieren, Teile davon bereits berücksichtigen. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, mich projektseitig zu unterwerfen, wenn meine Flexibilität, mein Handlungsspielraum etc. durch fehlende Entwicklung von Teilkomponenten in Frage gestellt wäre.

Aber Ihr erinnert mich morgen bitte nicht am mein Geschwätz von heute. Ich kann mir heute eben nur von der vorliegenen Information eine Meinung bilden. : )

Was spricht deiner Meinung nach gegen die Nutzung des “hReview”-Formats?

Ob es das hReview-Format ist, oder ein anderes, ist für mich dahingestellt. Mir geht es um den prinzipiellen Einsatz. Entweder oder? Den aktuellen Stand der Formate kenne ich im Detail zu wenig. Dennoch war der Einsatz der Formate insbesondere im Hinblick auf die kommerzielle Nutzung Dritter sehr fragwürdig und strittig. Wenn hier Klarheit geschaffen werden könnte, wäre aus meiner Sicht der gröbste Stolperstein aus der Welt.

Trotz allem müssten dann aber genügend Nutzer diese Standards unterstützen, damit ein echter Effekt entsteht. In dem Zusammenhang sehe ich ein mindest so lange Zeitleiste vor uns wie bei den Webstandards. Wirkliche Effekte verlangen zudem griffige Konzepte und die Mitwirkung der Großen dieser Welt. Denken wir an die Umsetzung der Webstandards bei Google oder Amazon, um nur zwei zu nennen. Wirtschaftliche Interessen dominieren hier eindeutig, leider auch im Hinblick auf den Einsatz von Microformats.

Fortschritt setzt sich im Leben der Menschheit eben immer nur gegen den Widerstand der Menschheit durch. Trotz allem bleibe ich optimistisch.

Was spricht deiner Meinung nach für die Nutzung des “hReview”-Formats?

Standardisierungen können gewaltige Entwicklungspotenziale freisetzen. Tabellendesign versus Webstandards, Blogs & RSS versus Newsletter, etc. Nicht immer sind uns die jeweiligen Konsequenzen in der letztlichen Dimension klar verständlich.

Die Auswirkungen der hReview-Format wird gewiss die Landschaft des Produktverkaufs weltweit gewaltig durcheinander wirbeln. Dem Kunden wird noch viel mehr Macht und Vergleichsmöglichkeit gegeben werden. Das wird gleichsam auch viele Gegner der neuen Offenheit auf den Plan rufen.

Mit Hinblick auf den aktuellen Stand hoffe ich, dass mein Beitrag (hier) mir in der Endkonsequenz viele neue Erkenntnisse bringen wird, auch durch die Umfragen. Ich verspreche mir aber grundlegend neue und noch mannigfaltigere Recherche-, Informations- und Vergleichsmöglichkeiten als heute.

Welche Microformats nutzt du?

hCard und hCal bedingt durch die Nutzung von PC und Mac. Der Einsatz einzelner Formate steht auf meiner Wunschliste für ein Redesign.

Ist dir das “Structured Blogging” Plugin für WP und MT ein Begriff?

Beide Plugins habe ich nach oben beschriebenen Vortrag einem persönlichen Test unterzogen und in zwei Installationen einmal ausprobiert. Das MT-Plugin war damals gerade sehr frisch und wenig geeignet zum Live-Einsatz.

Bei meinem Test der beiden Plugins ist es dann geblieben. Ich bin immer wieder über das Thema Mircoformats gestolpert, meist durch einschlägige Beiträge und Linklisten. Eine konkreten Anwendungsfall hatte ich dabei bisher noch nicht.

Glaubst du Microformats haben Zukunft? Warum?

Sinnvolle Standardisierungen konzentrieren Kräfte und bündeln Ressourcen, wenn sie auf alltagstaugliche Konzepte fußen, Sie müssen den Menschen näher gebracht und zugleich angenommen werden. Insofern glaube ich optimistisch in die Zukunft blickend an die langfristige Chance für Microformate ebenso wie an RSS- und Webstandards.

Auf das ich recht bald zu neuen Einsichten komme und manchen hier und heute geäußerten Gedanken mit Freude revidieren oder erneut lesen kann.

Weitere Links zum Thema Microformats

Structured Blogging
Movable Type Plugin
Wordpress Plugin
Microformats icons DevKit

Aktuelles Buch zum Thema:
Microformats: Empowering Your Markup for Web 2.0

Bei meinen Recherchen zum Thema Mircoformats fand ich ein aktuelles Buch, dass erst seit März zum Thema Mircoformats auf dem Markt ist. Ein paar erste Einblicke in das Buch gewährleisten Cover, Inhaltsverzeichnis und ein Probekapitel zum Buch ebenso wie die elektronischen Bereichte rund um das Buch. Einige ausgewählte:

Microformats: Empowering Your Markup for Web 2.0
Beispiel-Kapitel
Microformats: the book
Photos of the book in the wild

Aus dem Inhalt

  • PART ONE: INTRODUCING MICROFORMATS
    • Chapter 1: What Are Microformats?
    • Chapter 2: The State of the Art in Microformats
  • PART TWO: USING MICROFORMATS
    • Chapter 3: Structural and Semantic HTML
    • Chapter 4: Link-Based Microformats: rel-license, rel-tag rel-nofollow, and VoteLinks
    • Chapter 5:Microformat to Describe Relationships Between People: XFN
    • Chapter 6: Location Microformats: geo and adr
    • Chapter 7: Contact Information Microformat: hCard
    • Chapter 8: Event Microformat: hCalendar
    • Chapter 9: Review and Resume Microformats: hReview and hResume
    • Chapter 10: Syndicated Content Microformat: hAtom.
  • PART THREE: CASE STUDIES
    • Chapter 11: Case Study: Cork'd
    • Chapter 12: Case Study: Yahoo
  • PART FOUR: DEVELOPING MICROFORMATS
    • Chapter 13: The Process of Developing Microformats
  • PART FIVE: APPENDIXES
    • Appendix A: Microformat Specification Reference
    • Appendix B: Microformat Design Patterns
    • Appendix C: People, Tools, Services, and Publishers

Das gesamte Inhaltsverzeichnis als PDF

Information zum Buch

Microformats: Empowering Your Markup for Web 2.0
*von von Allsopp *
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Computer Bookshops
Erschienen: 26. März 2007
Sprache: Englisch
ISBN: 1590598148

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Wer das Stöckchen haben möchte, nehme es sich einfach mit.

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Kommentare

1 | Pfefferle schreibt am 11.05.2007, 13:39:

Vielen Dank für deine Antwort.

Zu dem Structured Blogging-Plugin: Ich hab es bisher auch nur getestet, da es meiner Meinung nach auch noch keine perfekte Lösung ist, aber zur Zeit einfach das einzige Plugin, das es in diesem Umfang gibt. Mal schaun was sich demnächst noch so alles entwickelt...

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