Baldiger Tod der holzverarbeitende Industrie?
11.05.2007 | Blogging, Blogging Tipps | 1 Kommentare | Print

Gedanken, die Anstoß geben wollen, müssen anstößig sein. Ein Wortgefecht im wahren Sinn oder den Impuls dazu liefert Michael Gisiger in seinem Beitrag zum Business-Blog-Karnenval.
Für Robert Scoble sind Zeitungen tot. Auch wenn gewiss längst nicht alle Leser dieser These folgen werden, so hat sie doch Anstoß für zum Teil heftige Diskussionen gesorgt. Michael zitiert Scoble in seinem Beitrag wie folgt:
Für Robert Scoble, US-Blogikone und Buchautor, sind Zeitungen tot. Im November 2005 prophezeite er anlässlich einer Veranstaltung an der Universität von San Jose, dass sein Sohn nie eine Zeitung lesen, geschweige denn abonnieren wird. Scoble glaubt fest daran - nicht nur Zeitungen, sondern die gesamte auf Papier gedruckte Informationsvermittlung wird sterben.
Michael Gisiger, wort|ge|fecht
Lesenswert sind insbesondere die darin aufgeführten 10 Strategien, die Doc Searls weitergedacht hat, Herausgeber des Linux Journals und Mitautor des Cluetrain Manifests
- Hört auf, die News kostenlos weiterzugeben
und für Altes Geld zu verlangen. - Beginnt damit, Archivmaterial auf der Website zu featuren.
- Verlinkt ausserhalb der Zeitung.
- Verfolgt und verlinkt lokale Blogger und die lokale Konkurrenz.
- Identifiziert die besten Blogger und vernetzt euch mit ihnen.
- Holt für die lokale Berichterstattung Bürgerjournalisten an Bord.
- Hört auf, alles als “Content” zu bezeichnen.
- Vereinfacht eure Webseiten.
- Verabschiedet euch vom statischen Web (1.0).
- Tut was für das mobile Netz.
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Kommentare
1 | Peter schreibt am 12.05.2007, 10:19:
Hallo,
der Argumentation das die Zeitung oder "die gesamte auf Papier gedruckte Informationsvermittlung" sterben wird kann ich nicht ganz folgen.
Für meinen Teil möchte ich derzeit auf eine Zeitung nicht verzichten, zumal ich keine Lust habe auf mehr oder weniger klitzekleinen Displays (Handy / PDA) Nachrichten zu lesen. Da ist doch eine Zeitung viel leichter zu handhaben.
Wie die Entwicklung in den nächsten 50 Jahren weitergehen wird mag ich nicht prophezeien. Dass die Digitalisierung und Vernetzung immer weiter und schneller voranschreiten wird, steht aus Frage. Vielleicht gibt es bis dahin ja eine wirkliche benutzerfreundliche, digitale Alternative zur Zeitung. Die Medienlandschaft wird und muss sich ändern, in den großen Medienhäusern ist das ja mittlerweile angekommen. Wie die Verlage reagieren, wird man sehen, aufgrund ihrer Struktur und Schwerfälligkeit wird sich der Wandel nicht so schnell vollziehen. Horcht man in die Marketingabteilungen hinein, schalt, einen doch mehr oder weniger Sprachlosigkeit entgegen. Wenn ich von führenden Marketern aussagen lese wie diese: Zu mehr Effizienz im Mitteleinsatz führt Integration im Marketing nur, wenn sie vertikal durchgesetzt wird.“ Hä!!
Wer soll den dieses Marketing-Kauderwelsch verstehen. Ich nicht verstehe es nicht und ich komme aus dem Marketing.
Für mein Empfinden kommt in der ganzen Diskussion um Vernetzung, Neue Medien, etc. ein Thema viel zu kurz. Wie gehen wir eigentlich mit dieser Informationsflut um. Wie werten wir Nachrichten und Meldungen. Die Urteilsbildung wird zum Teil doch immer schwieriger. Der Zugang und verantwortungsvolle Umgang mit Medien ist in meinen Augen auch eine Bildungsfrage. Beim Thema Bildung streiten wir uns doch schon seit Jahren, schieben den Schwarzen Peter von einem zum anderen. Mehr Qualität mehr Lehrer, gegenteiliges ist doch eher der Fall, Schulen und Bildungseinrichtungen werden die Mittel gekürzt und keine neuen Lehrer eingestellt. Stattdessen gefallen wir uns in dem Gedanken der Eliteförderung. Bildung kann doch keine Frage von Vermögen sein!
Medienvielfalt ist wichtig und wird auch gebraucht, aber wie gehen wir damit um. Schließlich erleben wir es tagtäglich, wie bestimmte Themen einfach nachgeplappert werden, ohne darüber nachzudenken. Ich denke da nur an Themen zur inneren Sicherheit. An manchen Tagen fällt mir der Buchtitel von Neil Postman ein: Wir amüsieren uns zu Tode. Brauchen wir wirklich Twitter, Partnr oder ähnliches. Ehrlich gesagt interessiert mich diese Art von Content oder Entertainment so viel, wie als wenn ich China ein Sack Reis umfällt. Mir scheint das sich in der ganzen Diskussion vieles vermischt, Journalismus, Blogosphäre, YouTube etc. Blogging ist nicht mit Journalismus gleichzusetzen, ausnahmen gibt es immer.
Für die Umwelt wäre es bestimmt besser die wenigen verbliebenden Baumbestände zu schonen.
Schönes Wochenende
Peter
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