Lest Ihr wirklich nur neue Bücher?
Für mich sind längst nicht nur die neuen Bücher interessant. Auch die älteren Semester haben es in sich. Und einige wirklich gute Fachbücher gibt es schlicht und einfach gar nicht mehr zu kaufen. Man muss also schon lange suchen, bis man diesbezüglich fündig wird.
Der größte Nachteil ist, dass das Publikum nur noch neue Bücher verlangt. Ein Buch, dass nicht die Erscheinungsziffer des kommenden Jahres trägt, wird nicht mehr gekauft, gerade als ob, wie die Weißwürste des Mittagsläuten, Bücher die Silvesterglocken nicht überleben dürfen.
Josef Hofmiller
Wie seht und behandelt Ihr das Thema?
Stimmt dieses Zitat oder seht Ihr das anders?
Stichworte: fragen , nachteil , publikum
Geschrieben am 24.04.2006 um 12:21 in Buch-Blogger, Leser fragen. Trackback-URL. Kommentare können per RSS 2.0 verfolgt werden. Gelesen: 1955 Mal
8 Kommentare zu “Lest Ihr wirklich nur neue Bücher?”
Es gibt wohl eine gewisse beständige Tendenz zur »Wegwerf-Literatur«, eben nicht erst in unserer jetzigen Zeit. Im Grunde ist das nichts Schlimmes. In der letzten Zeit habe ich aber den starken Eindruck, dass viele Verlage aus Kostengründen ihre Programme ausgedünnt haben. Ältere Bücher aktueller Autoren bleiben, so scheint es mir, nicht mehr so lange im Programm wie früher.
Induziert wird dies sicher nicht nur von den Lesern oder den Verlagen selbst, sondern auch von den Buchhändlern, die permanent eine Unmenge neuer Bücher verkaufswirksam auslegen bzw. in den begrenzten Regalraum stellen müssen.
Darüberhinaus ist der Buchhandel respektive das Verlagswesen nicht zuletzt auch ein »Aufmerksamkeitsgeschäft«; d.h. Themen, Ereignisse und Personen rücken in permanentem Wechsel in den Fokus des öffentlichen Interesses und wirken so auf die Leseinteressen und damit auf die Buchverkäufe.
Ein gutes Beispiel mag zuletzt Truman Capote sein, dessen Werke bis zur Oscar-Nominierung des biografischen Kinofilms garantiert auf keinem Auslagetisch zu finden waren. Sie waren Regalbestand der amerikanischen Klassiker. Jetzt sind sie für gewisse Zeit in den Fokus gerückt und finden neue Leser.
Nach meiner Erfahrung ist das ganz typisch für den Literaturmarkt.
Es mag so sein, dass die Publikationszyklen immer kürzer werden, aber so manches Standardwerk oder Schätzchen im Gartenbereich is never running out of time.
Im Zweifelsfall wühle ich nach Besonderem auch staublungegeplagt im Antiquariat und aktuelle Bücher kaufe ich eigentlich eher selten.
Hab meine Buchempfehlungen übrigens online gestellt.
Ich grüße die Gartenfachfrau und freue mich über Deine Literaturempfehlung. Besuche Dein Blog nun öfter, dann endlich kenne ich jemand, der mir mal verraten kann, wie ich zu einem grünen Daumen kommen kann.
)
Das ist soooo einfach! Man muss einfach bereit sein, eine tiefe Beziehung fürs Leben einzugehen, sich bemühen, den anderen Grünen respektieren und ohne Worte verstehen wollen. Fühl Dich einfach ein und lass Dich und Dein Mitgeschöpf zu, ey!
Natürlich klappts auch mit dem braunen Daumen, wenn Du Dir entsprechend unsensible Gesellen aussuchst. *g*
Danke für die aufmunternden Worte. Scherzhafter weise habe ich bisher immer etwas anderes geantwortet, doch das traue ich mich jetzt nicht, wo Du mich so nett motiviert hast.
Aber manches Mal ist das Arbeiten an den nicht so starken Talenten schon eine Geduldsaufgabe…
Man muss sich aber auch nicht zu allem zwingen und sämtliche Talente gleichzeitig optimieren.
Ist doch schon mal gar nicht so schlecht, dass Du ein lesenswerter Blogger bist!
Da bin ich ja beruhigt und weiß gar nicht, wie ich jetzt mit so viel netten Worten umgehen soll? hmm…
Danke liebe Gärtnerin!
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24. April 2006, 19:40
Meiner Meinung nach eine unrichtige Verallgemeinerung. Zumindest würde ich mich nicht zu dem Publikum zählen, von dem dort die Rede ist.
Die großen Umsätze werden wohl mit Neuererscheinungen gemacht. Dennoch wird es genügend Leute geben, die nicht nur nach dem Erscheinungsjahr ihre Kauferscheinung treffen.
Ich bin ein großer Fan der Science-Fiction und Fantasy. Zumindest in diesen Genres gibt es viele zeitlose Werke. “Lord of the Rings” von Tolkien zum Beispiel stammt aus den Jahren 1954 und 1955. Große Autoren der Science Fiction wie z.B. Arthur C. Clarke haben schon in den 1950ern Bücher veröffentlicht. Larry Niven hat 1968 sein erstes Buch veröffentlicht. Wolfgang Hohlbein, einer meiner deutschen Lieblingsautoren, veröffentlich seit den 1980ern viele gute Romane.
Mit einigen Büchern ist es wie bei gutem Wein